|
|
Dichtes Gedränge auf der Eisbahn |
|
|
|  Viel los bei -18 Grad Am Sonntag Abend habe ich mich zusammen mit ein paar Kolleginnen der Uni aufs glatte Eis gewagt. Neben dem grossen Stadion in Irkutsk, mitten im Zentrum, wurde ein Eisfeld präpariert das erst vor ein paar Tagen eröffnet wurde. Natürlich Natureis, die Temperaturen lassen das bereits problemlos zu. Als Hockeyspieler hatte ich doch schon gewisse Entzugserscheinungen und darum freute ich mich doch sehr, endlich wieder mal das Eis unter den Kufen zu spüren.
Diese Idee mit dem „Schlittschüenle“ hatten aber doch auch unzählige andere Personen und so bildete sich vor dem Eingang eine ziemlich ansehnliche Schlange. Irgendwann schafften wir es aber, uns zum Kassenhäuschen und zur Umkleidezone durchzukämpfen. In dieser Zone herrschte dann das pure Chaos, überall Leute, kein Durchkommen und minimaler Platz die Schlittschuhe zu schnüren. Die meist jungen Leute nahmen aber alles mit der nötigen, sibirischen Gelassenheit. So schnell lassen sich die Irkutsker nicht den Spass verderben und schon gar nicht aus der Ruhe bringen. Da ich zwar ein paar alte Schlittschuhe hier habe, die aber an einem anderen Ort sind und daher nicht „presente“ waren, habe ich mir ein paar Schlittschuhe ausleihen müssen. Als Depot musste ich meinen Ausweis hinterlassen und die Dame staunte nicht schlecht, eine CH-Identitätskarte in den Händen zu halten. Es entwickelte sich ein kurzes Gespräch und die Schlittschuhdame hatte wirklich Freude, einen Europäer anzutreffen. Scheint nicht allzu oft vorzukommen. Nun, die Schlittschuhe der Marke Larsen (habe ich noch nie gehört) sahen ganz ordentlich aus und fühlten sich auch gut an.. Aber waren die Kufen auch geschliffen?
Mitnichten! Die Kufen waren stumpf wie ein antikes, museumsreifes Holzmesser und ich rutschte anfangs ganz schön rum. Zum letzten Mal eine Schleifmaschine haben die Dinger wohl in der Zeit gesehen, als Breschnew einer seiner faden Neujahrsansprachen hielt oder Gagarin in seiner Kapsel um die Erde kreiste. Irgendwie ging es aber doch ganz ordentlich und das Runden drehen auf dem wirklich ziemlich grossen (grösser als der Dolder!), steinhartem Natureisfeld machte mächtig Spass. Auch den Dozenten-Kolleginnen hats gefallen (alle nicht wirklich Denise Bielmanns) und wir werden bestimmt bald mal wieder aufs Eis gehen. Eintritt und Schuhe mieten kostet übrigens für eine Stunde satte RUB 200 Rubel (ca. CHF 7), ein ziemlich teures Vergnügen also. Bei meinen Monatslohn von umgerechnet CHF 277 kann ich mir das aber natürlich problemlos leisten...
Das könnte Dich auch interessieren:
 |
|