Jan
17
2010
Wo sind sie geblieben, die Ladas und Wolgas? Drucken E-Mail

Ein Polizei-Lada in St. Petersburg
Ein Polizei-Lada in St. Petersburg
Jeder der schon mal in Russland war, kennt die Fahrzeuge der Marken Lada und Wolga, Sie gehören irgendwie zum Stadtbild. Der Lada, bei dem die technische Entwicklung und das Design irgendwann in den Siebzigern stehen geblieben ist und der Wolga, die fette und leicht mafiös wirkende Karosse...vor allem diese beiden Marken prägten jahrzehntelang den sowjetischen und russischen Privatverkehr.

In den letzten Jahren hat sich dies aber in Irkutsk und wohl auch den meisten anderen Städten in Russland drastisch geändert. Vor allem japanische Pkws überfluten die hiesigen Strassen. Die so genannten Wladiwostok-Autos (Gebrauchtwagen) werden direkt in Japan gekauft und dann gleich nach Wladiwostok verschifft. Die Autohändler nehmen dann teilweise mehrere tausend Kilometer unter die Reifen um den Bestimmungsort irgendwo in Russland zu erreichen. Trotz dieses Aufwands und den Strapazen scheint es sich für die Autodealer zu lohnen. So kurven in Irkutsk vor allem rechts gesteuerte Toyotas, Nissans, Hondas und Mitsubishis durch die Prospekts und Ulizas. Auch koreanische Autos sieht man öfters. Wer es sich aber leisten kann, kauft natürlich ein deutsches Auto. Ein BMW, Mercedes, Audi , Porsche oder VW zu besitzen ist für viele hier ein Traum. Ein Traum den sich scheinbar immer mehr erfüllen können, sieht man doch inzwischen schon einige deutsche Schlitten durch Irkutsk Strassen kreuzen.

Neben den japanischen, koreanischen und deutschen Fahrzeugen sieht man auch Renaults, wenige Citroens und Peugeots, einige Chevrolets und sogar auch Hummers. Italiener gibt’s hier definitiv nicht. Das scheint hier nicht gefragt oder schwierig zu erhalten sein. Und was ist nun mit russischen Autos, gibt es die noch? Schon, aber die Anzahlt dürfte in den letzten Jahren dramatisch eingebrochen sein. Das Vertrauen in die eigenen Fahrzeug scheint sehr bescheiden geworden zu sein. Das spüren auch die riesigen Lada-Werke in Togliatti. Letzten September gab es dort, trotz massiver Finanzspritze der Regierung, Massenentlassungen von fast 30'000 Angestellten.  Und das hat bestimmt nicht nur mit der Wirtschaftskrise zu tun. So muss man sich eben daran gewöhnten, dass ausländische Autos immer dominanter werden, verständlich aber irgendwie auch schade.

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