Nov
30
2009
Marschrutkas - ich mag sie nicht Drucken E-Mail

Marschrutkas warten auf Passagiere
Marschrutkas warten auf Passagiere
Alle die schon mal in Russland, der Ukraine oder anderen ehemaligen Sowjetrepubliken waren, kennen Sie, die Marschrutka (Маршрутка). Die Marschrutkas oder Marschrutki wie man in der Mehrzahl sagt, sind aus den Stadtbildern nicht mehr wegzudenken und sind ein wichtiges öffentliches Verkehrsmittel geworden. Marschrutkas sind Kleinbus-Sammeltaxis, die meist privat betrieben werden aber auf dem normalen Liniennetz verkehren. Der Passagier muss dem Fahrer durch Zurufen bekannt geben, wenn er aussteigen möchte. Das könnte also „Na astanovkje paschaluista“ (an der Haltestelle bitte) heissen oder man kann auch na "sledujuschej astanavitje" (bei der nächsten halten sie) sagen. Den Fahrpreis zahlt man immer Cash dem Fahrer beim Aussteigen. In Irkutsk liegt der Preis momentan für Fahrten innerhalb der Stadt bei 12 Rubel (ca. 40 Rappen), der Trolleybus kostet zum Vergleich 10 Rubel. Marschrutka Fahrer arbeiten meist auf eigene Kasse, d.h. das eingenommene Geld ist gleichzeitig ihr Lohn. Manche besitzen ein eigenes Fahrzeug, andere mieten oder leasen eines. Das gleiche gilt für viele der privaten Busse die in Irkutsk verkehren.

Die klassische Marschrutka ist ein russisches Fahrzeug des Typs GAZel, welches stark an den Ford Transit erinnert. In Irkutsk fahren aber auch immer mehr koreanische oder japanische Kleinbusse herum. Ja nach Fahrzeug, haben in einer Marschrutka ca. 12-15 Personen Platz. Der Komfort innerhalb dieser Kleinbusse ist sehr bescheiden. Es ist verdammt eng und man muss sich richtig in das Ding reinzwängen. Auch das Aussteigen ist oftmals eine Kunst und meistens müssen andere Passagiere sich ziemlich verdrehen, damit man selbst aussteigen kann. Für Leute mit Platzangst ein nicht wirklich ideales Gefährt.

Die Marschrutka-Fahrer sind immer Männer und die sind bekannt für eine sehr offensive, zügige Fahrweise. Es wird, sofern es die Verkehrssituation erlaubt, mächtig auf die Tube gedrückt und die letzten PS aus den GAZel’s herausgeholt. Time is cash, Time is money und je mehr Runden gedreht werden je mehr verdient man natürlich auch. Die Unfallquote ist daher relativ hoch, auch weil die Fahrer doch viele Stunden am Stück ununterbrochen fahren. Ruhezeitkontrolle gibt es hier mit Bestimmtheit nicht...und der Irkutsker Verkehr ist ziemlich herausfordern und stressig. Auffallend ist auch, dass die Fahrer bei schneebedeckten Strassen ihre Fahrweise praktisch nicht anpassen. Auch bei Schnee gibt man Gas und donnert durch die Strassen. Bei sechs Monaten Winter, müssten sie es sich aber das ja schliesslich gewohnt sein. Hoffe ich zumindest...

Ich meide es, die Marschrutkas zu nehmen. Die Dinger sind mir einfach zu eng und irgendwie zu unsicher. So nehme ich meistens den Trolleybus. Die Busse sind zwar langsamer aber für mich bedeutend angenehmer.

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