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Der Winter will nicht enden |
|  Er dauert und dauert - der Winter Höchste Zeit mal wieder ein paar Zeilen über unser aller liebstes Thema, dem Wetter zu schreiben. Das Klima ist hier in Irkutsk ja für einen Mitteleuropäer wie mich sowieso etwas aussergewöhnlich. Der Winter ist lang in Sibirien, das weiss man, das ist bekannt. Er ist wirklich extrem lang, das kann ich nun definitiv auch bestätigen. Und speziell in diesem Jahr scheint der Winter nicht enden zu wollen. Gestern kamen erstmals in diesem Jahr so etwas wie verhaltene Frühlingsgefühle auf. Das Thermometer stiegt auf sagenhaft +11 Grad, man konnte endlich eine etwas leichtere Jacke anziehen, die Sonnenstrahlen wärmten beim flanieren die wintermüden Gesichter und auch die Eisdielen bejubelten den bis anhin umsatzstärksten Tag. Alles schient bereit, den langen, bereits 6 Monate andauernden Winter hinter sich zu lassen.
Aber dann kam heute unvermindert der brutale und gnadenlosen Rückschlag. Die Temperaturen sind in den Keller gesunken, Schneetreiben hat eingesetzt und ein fieser, kräftiger und eisiger Wind bläst um die Ohren. Während anderswo die Leute bereits den Espresso im Strassencafé schlürfen, heisst es hier wieder Mütze und Handschuhe fassen und aufpassen, dass man auf den eisglatten Strassen nicht auf die Fresse fliegt. Und die Wetteraussichten sind für die nächsten Tag alles andere als frühlingshaft. Es bleibt noch mindestens eine Woche lang winterlich, mit Nachttemperaturen bis gegen –12 Grad und auch tagsüber wird das Quecksilber nicht über 0 Grad klettern. Die Irkutsker sind auf jeden Fall über das Wetter ziemlich gefrustet und der eine oder andere Kraftausdruck ist unüberhörbar. Aber doch nehmen die Leute das alles mit der sibirischen Gelassenheit in Kauf, es bleibt ja schliesslich auch nichts anderes übrig. Aber lang ist der Winter hier schon, verdammt lang!
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Deutscher Akustikrock an der Uni |
|  Schnelle Riffe aus Chemnitz Ausländische Bands kommen eher selten nach Irkutsk. Die Stadt liegt ja auch nicht unbedingt, geographisch gesehen, im Mittelpunkt des Geschehens. So hat es mich doch leicht erstaunt als ich mitbekam, dass eine Band aus Deutschland eine Russland Tournee macht und auch in Irkutsk auftreten wird. Und dies dann ausgerechnet noch an «meiner» Uni. Kein Grund also, den Besuch des Konzerts auszulassen. Gehört habe ich allerdings von «Solche», so heisst die aus Chemnitz stammende Band, bis anhin noch nichts. Von einer Band zu sprechen ist auch leicht übertrieben, besteht «Solche» doch aus lediglich zwei Mitgliedern. Aber das soll ja überhaupt nichts heissen. Gemäss Eigenbeschreibung auf Ihrer Webseite machen die beiden Jungs folgende Musik:
Solche sind mit ihrem induktiven Akustikrock intuitiv anders. Die spielfreudigen Rhythmen eines perkussiven Schlagzeugs liefern eine tanzbare Basis. Dazu kommt die Akustikgitarre, gespielt, als würde mit ihr Eisen geschmiedet. Und dann noch eine charismatische Stimme und Texte voller Gedanken und Ideen, die aber nicht nett sind.
Im Vorfeld habe ich auf der Solche-Webseite gesehen, dass Bands wie Ska-P, New Model Army und Kettcar ihre Musik beeinflussen, Musik die ich auch mag und ich pilgerte daher erwartungsfroh ans Konzert.
Und dann standen oder besser gesagt sassen sie auf der Bühne, die beiden Musiker auch Chemnitz. Die Aula war ganz gut gefüllt und schon bald hallten schnelle Rhythmen und Riffe durch die Uni. Aufgrund der etwas schwachen Soundanlage waren die deutschen Texte leider für mich nur bedingt verständlich aber das eine oder andere habe ich natürlich schon mitgekriegt. Auch erwähnenswert sind die sehr witzigen Liedansagen des Sängers und Gitarristen, der alles gab, sein verstaubtes DDR-Russisch hervorkramte und es gekonnt mit Gesten sowie Deutschen und Englischen Sätzen durchmischte. Er hatte das Publikum im Sack und sorgte auch generell mit seiner Mimik für einige Lacher. Der Drummer, der auf einem interessanten Eigenbau den Takt vorgab, war eher etwas Wortkarg aber auch ihm war der Spass anzusehen. Aufgrund der etwas eingeschränkten Instrumentenvielfalt, wirkte die Musik etwas eintönig aber sorgte bei mir doch durchaus für eine amüsante Stunde. Auch dem Publikum hats gefallen und «Solche» wurde mit einem warmen und lauten Applaus verabschiedet. So ziehen die beiden sympathischen Ossis also weiter nach Krasnojarsk, um ihre sibirische Tournee fortzusetzen. Alle Achtung und viel Erfolg!
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 Burjatisch, mongolisch oder kirgisisch? «Baikal» ist kein russisches Wort. Als im 17. Jh. die ersten Russen an den See gelangten, übernahmen sie viele der geografischen Bezeichnungen, die die unterschiedlichen Völker der Region schon lange Zeit verwendeten. Für den See gab das burjatische Wort «Baigal-nuur» (See), die mongolische Bezeichnung «Baigal-murän» (oder auch «Dalai-noor» – heiliges Meer), in China war er bekannt als «Baichai» (nördliches Meer), und die nach Norden abwandernden Jakuten nannten ihn «Baichal» (Meer). Es wird vermutet, dass alle diese Varianten ihren Ursprung in der Turksprache der Kurykanen haben, die im Bronzezeitalter am Baikalsee siedelten. Das Wort «kul» (See) findet man im modernen Kirgisisch (z.B. Issyk-Kul). «Bai-kjul» könnte demnach reicher See geheissen haben, was in Bezug auf den Fischbestand gut nachvollziehbar ist.
Quelle: Baikalsee und Region, H. Mall und R. Just
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