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Micheline Calmy-Rey auch in Irkutsk allgegenwärtig |
|  Ist sie das? Unsere energiegeladene Aussenministerin ist inzwischen auch in Irkutsk präsent, nur dürften das die meisten Einheimischen hier noch nicht mitbekommen haben. Neulich, als ich einen kleinen Spaziergang unternahm, entdeckte ich doch auf einem etwas heruntergekommenen Gebäude, ein kunstvolles Graffiti mit einem mir nicht ganz unbekannten Sujet. Das ist doch...genau, das ist ganz klar unsere Micheline! Die Gesichtszüge sind wirklich identisch und die eigentlich unkopierbare Frisur zerstörte meine letzten, bescheidenen Zweifel. Sie ist es, ganz klar. Aber wie um Himmels Willen kommt Calmy-Rey auf ein schäbiges, kurz vor dem Einsturz stehendes Irkutsker Gebäude?
Meine Nachforschungen ergaben erstaunliches: beim Besuch von Dmitri Medwedew in der Schweiz diesen September, traf der Russische Präsident auch Frau Calmy-Rey. Medwedew soll sich anschliessend begeistert über unsere Aussenministerin geäussert haben. «Die Frau hat Klasse, kommuniziert auf hohem Niveau und sieht für ihr Alter toll aus», meinte ein sichtlich beeindruckter Kreml-Chef. Auch ihre Frisur soll es dem Präsidenten sehr angetan haben und seine charmante Gattin Swetlana soll Calmy-Reys Haarstil bereits, zumindest teilweise, kopiert haben. Er hat daher nach seiner Rückkehr nach Moskau einen bekannten Graffiti-Künstler beauftragt, Micheline in mehreren russischen Städten zu verewigen und so eine Erinnerung an seinen Besuch in der Schweiz zu haben. So ist anzunehmen, dass die Aussenministerin auch in Chabarowsk, Wladiwostok, Perm, Krasnojarsk, Ufa, Jekaterinburg, Nischni Nowgorod und anderen Städten bereits in die Welt grinst und daher auch in Russland für Furore sorgen wird oder bereits sorgt. So oder auch etwas anders könnte es sich doch abgespielt haben...
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Dichtes Gedränge auf der Eisbahn |
|  Viel los bei -18 Grad Am Sonntag Abend habe ich mich zusammen mit ein paar Kolleginnen der Uni aufs glatte Eis gewagt. Neben dem grossen Stadion in Irkutsk, mitten im Zentrum, wurde ein Eisfeld präpariert das erst vor ein paar Tagen eröffnet wurde. Natürlich Natureis, die Temperaturen lassen das bereits problemlos zu. Als Hockeyspieler hatte ich doch schon gewisse Entzugserscheinungen und darum freute ich mich doch sehr, endlich wieder mal das Eis unter den Kufen zu spüren.
Diese Idee mit dem „Schlittschüenle“ hatten aber doch auch unzählige andere Personen und so bildete sich vor dem Eingang eine ziemlich ansehnliche Schlange. Irgendwann schafften wir es aber, uns zum Kassenhäuschen und zur Umkleidezone durchzukämpfen. In dieser Zone herrschte dann das pure Chaos, überall Leute, kein Durchkommen und minimaler Platz die Schlittschuhe zu schnüren. Die meist jungen Leute nahmen aber alles mit der nötigen, sibirischen Gelassenheit. So schnell lassen sich die Irkutsker nicht den Spass verderben und schon gar nicht aus der Ruhe bringen. Da ich zwar ein paar alte Schlittschuhe hier habe, die aber an einem anderen Ort sind und daher nicht „presente“ waren, habe ich mir ein paar Schlittschuhe ausleihen müssen. Als Depot musste ich meinen Ausweis hinterlassen und die Dame staunte nicht schlecht, eine CH-Identitätskarte in den Händen zu halten. Es entwickelte sich ein kurzes Gespräch und die Schlittschuhdame hatte wirklich Freude, einen Europäer anzutreffen. Scheint nicht allzu oft vorzukommen. Nun, die Schlittschuhe der Marke Larsen (habe ich noch nie gehört) sahen ganz ordentlich aus und fühlten sich auch gut an.. Aber waren die Kufen auch geschliffen?
Mitnichten! Die Kufen waren stumpf wie ein antikes, museumsreifes Holzmesser und ich rutschte anfangs ganz schön rum. Zum letzten Mal eine Schleifmaschine haben die Dinger wohl in der Zeit gesehen, als Breschnew einer seiner faden Neujahrsansprachen hielt oder Gagarin in seiner Kapsel um die Erde kreiste. Irgendwie ging es aber doch ganz ordentlich und das Runden drehen auf dem wirklich ziemlich grossen (grösser als der Dolder!), steinhartem Natureisfeld machte mächtig Spass. Auch den Dozenten-Kolleginnen hats gefallen (alle nicht wirklich Denise Bielmanns) und wir werden bestimmt bald mal wieder aufs Eis gehen. Eintritt und Schuhe mieten kostet übrigens für eine Stunde satte RUB 200 Rubel (ca. CHF 7), ein ziemlich teures Vergnügen also. Bei meinen Monatslohn von umgerechnet CHF 277 kann ich mir das aber natürlich problemlos leisten...
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 Das beste U-17-Team der Welt - die Schweiz Es ist wirklich kaum zu glauben was unsere Schweizer U-17-Fussball-Jungs geleistet haben. Man sollte mit Superlativen sparsam umgehen aber das ist fantastisch, sensationell, gigantisch, kolossal und galaktisch auch noch gleich. Dieses Ergebnis und dieser Titel treibt sogar die Temperaturen in Irkutsk in die Höhe. Ist es doch mit –8 Grad heute Nachmittag ziemlich mild. Das Spiel wurde verständlicherweise nicht live im Russischen-TV gezeigt, aber vor einer Stunde, und das ist ebenfalls bemerkenswert, habe ich das Spiel in voller Länge auf «Rossija Sport», dem Sportkanal einer staatlichen Russischen TV-Anstalt, sehen können. Was für ein Genuss und was für ein Triumph. Das Spiel unserer Multi-Kulti-Truppe hat auch dem Russischen Kommentator äusserst gefallen und auch er, soweit ich das korrekt verstanden habe, hat unsere Truppe als absolut verdienter Weltmeister und als bestes Team des Turniers gesehen. Stimmt ja auch. Wodka habe ich nicht im Zimmer, Champagner schon gar nicht aber ein kleines Gläschen Konjak aus Dagestan habe ich mir zu Ehren der Jungs eben genehmigt. Prost auf die Champions!
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