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Das harte Leben eines jungen Uni Dozenten |
|  Ein typisches Klassenzimmer für Sprachunterricht an der Uni Dieser Titel gilt selbstverständlich nicht für mich, ich bin ja nur temporär hier und für mich ist das hier in erster Linie ein spannendes Abenteuer. Und jung bin ich ja auch nicht mehr so...Wer aber hier an der Uni, als frisch promovierter und ausgebildeter Dozent arbeitet, hat es wirklich nicht so einfach. Der Lehrerberuf ist in Russland immer noch ziemlich schlecht bezahlt und die Arbeitszeiten sind sehr herausfordern. So verdient hier ein junger, unerfahrener Uni Dozent oder Lehrer bei einem 100% Pensum zwischen 12'000 und 15'000 Rubel pro Monat. Das sind umgerechnet ca. CHF 410-520. Das ist wenig, das ist extrem wenig. Und reichen tut das bei weitem nicht, will man ein einigermassen anständiges Leben führen. Irkutsk ist nämlich nicht billig und zählt nach Moskau und St. Petersburg zu den teuersten Gegenden des Landes. Eine kleine Wohnung (1-2 Zimmer) kriegt man praktisch nicht unter 10'000 Rubel pro Monat (ausser man mietet sich etwas irgendwo im Niemandsland). Lebensmittel sind zwar tendenziell schon einiges billiger als in der Schweiz, ein Liter Milch als Vergleich kostet aber auch hier ca. CHF 1.30. Auch Kleider und Schuhe sind oft nicht billiger als in der Schweiz, Unterhaltungselektronik ist sogar teurer. Und wie soll man dann bei dem erwähnten Monatslohn eigentlich Leben??? Geht doch irgendwie nicht?!?
Ein 100% Pensum an der Uni heisst, dass die Dozenten ca. 13-16 Lektionen à 90 Minuten unterrichten. Das ergibt dann also ca. 24 volle Unterrichtsstunden pro Woche. Als Dozent muss man, das kann ich nun aus eigener Erfahrung sagen, ziemlich viel vor- und nachbearbeiten und dieses Pensum ist wirklich sehr anspruchsvoll. Freizeit sollte man ja noch irgendwann haben. Da der Lohn aber nicht reicht, unterrichten die meisten Lehrer noch an Privatschulen, geben Privatunterricht oder dozieren auch Abendkurse an der Universität. Es ist daher gut möglich, dass die Dozenten auf rund 24 Doppellektionen pro Woche kommen und das ist wirklich, in anbetracht der Vorbereitungszeit, verdammt viel. Und auch mit diesen Zusatzlektionen bleibt nicht so viel übrig zum sparen, sofern man nicht bei den Eltern wohnt oder immer nur Wasser und Brot isst.
Verständlicherweise jammern die Lehrer auch öfters über ihren Lohn und das horrende Pensum, auf der anderen Seite nehmen sie auch mit der nötigen sibirischen Gelassenheit. So ist das Leben, meinen Sie, ändern kann man ja sowieso nicht viel, oder doch?
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Marschrutkas - ich mag sie nicht |
|  Marschrutkas warten auf Passagiere Alle die schon mal in Russland, der Ukraine oder anderen ehemaligen Sowjetrepubliken waren, kennen Sie, die Marschrutka (Маршрутка). Die Marschrutkas oder Marschrutki wie man in der Mehrzahl sagt, sind aus den Stadtbildern nicht mehr wegzudenken und sind ein wichtiges öffentliches Verkehrsmittel geworden. Marschrutkas sind Kleinbus-Sammeltaxis, die meist privat betrieben werden aber auf dem normalen Liniennetz verkehren. Der Passagier muss dem Fahrer durch Zurufen bekannt geben, wenn er aussteigen möchte. Das könnte also „Na astanovkje paschaluista“ (an der Haltestelle bitte) heissen oder man kann auch na "sledujuschej astanavitje" (bei der nächsten halten sie) sagen. Den Fahrpreis zahlt man immer Cash dem Fahrer beim Aussteigen. In Irkutsk liegt der Preis momentan für Fahrten innerhalb der Stadt bei 12 Rubel (ca. 40 Rappen), der Trolleybus kostet zum Vergleich 10 Rubel. Marschrutka Fahrer arbeiten meist auf eigene Kasse, d.h. das eingenommene Geld ist gleichzeitig ihr Lohn. Manche besitzen ein eigenes Fahrzeug, andere mieten oder leasen eines. Das gleiche gilt für viele der privaten Busse die in Irkutsk verkehren.
Die klassische Marschrutka ist ein russisches Fahrzeug des Typs GAZel, welches stark an den Ford Transit erinnert. In Irkutsk fahren aber auch immer mehr koreanische oder japanische Kleinbusse herum. Ja nach Fahrzeug, haben in einer Marschrutka ca. 12-15 Personen Platz. Der Komfort innerhalb dieser Kleinbusse ist sehr bescheiden. Es ist verdammt eng und man muss sich richtig in das Ding reinzwängen. Auch das Aussteigen ist oftmals eine Kunst und meistens müssen andere Passagiere sich ziemlich verdrehen, damit man selbst aussteigen kann. Für Leute mit Platzangst ein nicht wirklich ideales Gefährt.
Die Marschrutka-Fahrer sind immer Männer und die sind bekannt für eine sehr offensive, zügige Fahrweise. Es wird, sofern es die Verkehrssituation erlaubt, mächtig auf die Tube gedrückt und die letzten PS aus den GAZel’s herausgeholt. Time is cash, Time is money und je mehr Runden gedreht werden je mehr verdient man natürlich auch. Die Unfallquote ist daher relativ hoch, auch weil die Fahrer doch viele Stunden am Stück ununterbrochen fahren. Ruhezeitkontrolle gibt es hier mit Bestimmtheit nicht...und der Irkutsker Verkehr ist ziemlich herausfordern und stressig. Auffallend ist auch, dass die Fahrer bei schneebedeckten Strassen ihre Fahrweise praktisch nicht anpassen. Auch bei Schnee gibt man Gas und donnert durch die Strassen. Bei sechs Monaten Winter, müssten sie es sich aber das ja schliesslich gewohnt sein. Hoffe ich zumindest...
Ich meide es, die Marschrutkas zu nehmen. Die Dinger sind mir einfach zu eng und irgendwie zu unsicher. So nehme ich meistens den Trolleybus. Die Busse sind zwar langsamer aber für mich bedeutend angenehmer.
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Egal was für Wetter – am Sonntag Nachmittag wird Fussball gespielt |
|  Schneefussball im Wohnquartier Das Wetter ist in letzter Zeit etwas schlechter geworden, es hat ziemlich oft geschneit und damit auch die Temperaturen etwas in die Höhe getrieben. So ist es während des Tages momentan nur so um die –6 bis –7 Grad was auch mir inzwischen ziemlich warm vorkommt. Wann gewöhnt sich wirklich erstaunlich schnell an die kalten Temperaturen...die eigentlich gar nicht so kalt sind.
So unternahm ich letzten Sonntag einen kurzen Spaziergang in meinem Quartier und ich staunte nicht schlecht, als ich an einem kleinen Sportplatz vorbei kam. Wie vorher erwähnt, es herrschten keine wirklich tiefen Temperaturen aber –8 Grad war es auf jeden Fall. Ausserdem hatte es in der vorhergehenden Nacht ziemlich stark geschneit und für Schweizer bzw. Stadt Zürich Verhältnisse herrscht wirklich tiefer und kalter Winter. Es glaube kaum, dass sich so viele Leute bei diesem Wetter im Freien aufhalten würden. Natürlich würden die Leute Ski laufen oder Schlitteln gehen, der Hund müsste auch bei diesem Wetter mal das Bein heben oder ein gemütlicher Spaziergang mit dicken Winterkleider könnte durchaus möglich sein. Unsere Jugendlichen würden es aber ohne Zweifel vorziehen, vor dem TV zu sitzen und mit der Playstation zu zocken, Videos auf youtube downzuloaden oder pausenlos die neusten brutalo DVD’s reinzuziehen.
Als ich also zu diesem Sportplatz kam, tummelte sich dort doch eine Horde von Jungs die tatsächlich im frischen Schnee wie verrückt Fussball spielten. Die Jungx kickten mit ganz gewöhnlichen Turnschuhen und vermutlich ist es das normalste auf der Welt, bei diesen Verhältnissen dem Ball hinterher zu flitzen. Voller Eifer und mit grossem Ehrgeiz hetzten sie über den Schnee und hatten dabei auch grossen Spass. Ob die wohl auch noch bei –30 Grad spielen? Vielleicht entdeckte ich ja noch ein Talent für den FCZ, die hätten einen harter Sibirier doch bitter nötig!
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