Feb
13
2010
Zwei Irkutsker in Vancouver auf Medaillenjagd

Gibts Medaillen für Irkutsk?
Gibts Medaillen für Irkutsk?
Heute beginnen die Olympischen Spielen in Vancouver. Während die kanadische Metropole mit Frühlingshaften Temperaturen und Dauerregen auftrumpft, herrscht in Irkutsk immer noch tiefster Winter und Nachttemperaturen um die –30 Grad.  Die Spiele finden aber nicht hier statt aber zumindest zwei Sportlern aus dem Irkutsker Gebiet werden reelle Medaillenchancen eingeräumt.

Da haben wir auf der einen Seite den erfahren Bobpiloten Alexander Subkow. Der 35-jährige Routinier aus Bratsk, nimmt bereits zu 3. Mal an Olympia teil und hofft auch in Vancouver Edelmetall zu holen. Er gewann in Turin 2006 Silber im Vierer und zählt auch in Vancouver zu den Favoriten mit dem grossen Schlitten. Im Zweierbob werden seine Medaillenchancen aber als eher gering eingeschätzt. Zu gross scheint dort die Konkurrenz aus Deutschland, der Schweiz, Kanada und den USA zu sein.

Der andere Teilnehmer mit Chancen auf eine Medaille heisst Jewgeni Lalenkow und wird in mehreren Disziplinen im Eisschnelllauf teilnehmen. Der Kufenflitzer aus Angarsk nahm schon an den Spielen 2006 in Turin teil, konnte dort aber die Erwartungen nicht erfüllen. In seiner Paradedisziplin über die 1500-Meter-Strecke belegte er nur den enttäuschenden 23. Rang. Besser lief es ihm da über 1000 m, dort holte er ein Diplom und wurde 7. In Vancouver hoffte der 28-jährige seinen Medaillentraum verwirklichen zu können.

Eine Medaille lohnt sich übrigens auch finanziell. Ein Goldmedaillengewinner erhält vom Staat 100'000 Euro (bzw. deren Gegenwert in Rubel). Für einen zweiten Platz gibt es 60'000 Euro und für eine Bronzemedaille 20'000 Euro. Nicht schlecht!

 
Jan
17
2010
Wo sind sie geblieben, die Ladas und Wolgas?

Ein Polizei-Lada in St. Petersburg
Ein Polizei-Lada in St. Petersburg
Jeder der schon mal in Russland war, kennt die Fahrzeuge der Marken Lada und Wolga, Sie gehören irgendwie zum Stadtbild. Der Lada, bei dem die technische Entwicklung und das Design irgendwann in den Siebzigern stehen geblieben ist und der Wolga, die fette und leicht mafiös wirkende Karosse...vor allem diese beiden Marken prägten jahrzehntelang den sowjetischen und russischen Privatverkehr.

In den letzten Jahren hat sich dies aber in Irkutsk und wohl auch den meisten anderen Städten in Russland drastisch geändert. Vor allem japanische Pkws überfluten die hiesigen Strassen. Die so genannten Wladiwostok-Autos (Gebrauchtwagen) werden direkt in Japan gekauft und dann gleich nach Wladiwostok verschifft. Die Autohändler nehmen dann teilweise mehrere tausend Kilometer unter die Reifen um den Bestimmungsort irgendwo in Russland zu erreichen. Trotz dieses Aufwands und den Strapazen scheint es sich für die Autodealer zu lohnen. So kurven in Irkutsk vor allem rechts gesteuerte Toyotas, Nissans, Hondas und Mitsubishis durch die Prospekts und Ulizas. Auch koreanische Autos sieht man öfters. Wer es sich aber leisten kann, kauft natürlich ein deutsches Auto. Ein BMW, Mercedes, Audi , Porsche oder VW zu besitzen ist für viele hier ein Traum. Ein Traum den sich scheinbar immer mehr erfüllen können, sieht man doch inzwischen schon einige deutsche Schlitten durch Irkutsk Strassen kreuzen.

Neben den japanischen, koreanischen und deutschen Fahrzeugen sieht man auch Renaults, wenige Citroens und Peugeots, einige Chevrolets und sogar auch Hummers. Italiener gibt’s hier definitiv nicht. Das scheint hier nicht gefragt oder schwierig zu erhalten sein. Und was ist nun mit russischen Autos, gibt es die noch? Schon, aber die Anzahlt dürfte in den letzten Jahren dramatisch eingebrochen sein. Das Vertrauen in die eigenen Fahrzeug scheint sehr bescheiden geworden zu sein. Das spüren auch die riesigen Lada-Werke in Togliatti. Letzten September gab es dort, trotz massiver Finanzspritze der Regierung, Massenentlassungen von fast 30'000 Angestellten.  Und das hat bestimmt nicht nur mit der Wirtschaftskrise zu tun. So muss man sich eben daran gewöhnten, dass ausländische Autos immer dominanter werden, verständlich aber irgendwie auch schade.

 
Jan
10
2010
Der Omul - was für ein leckerer Fisch

Bald gehts in die Pfanne!
Bald gehts in die Pfanne!
Der wichtigste, bekannteste und meistgefangene Speisefisch des Baikalsees ist der Omul oder Baikal Omul (Омуль байкальский). Er soll seinerzeit vom Polarmeer in den Baikalsee gelangt sein. Der lachsartige Omul zähl zur Familie der Forellenfische und kommt heutzutage weltweit nur im Baikal und einigen angeschlossenen Gewässern vor. Seit Jahrtausenden hat er die Gewohnheit beibehalten, zum Laichen aus seinem eigentlichen Lebensraum Flussläufe hinaufzuschwimmen.

Der Omul, der sich von Plankton und kleineren Tieren ernährt, wächst langsam. Erst nach 7-8 Jahren wird er fortpflanzungsfähig, weshalb es sehr wichtig ist, dass nur die grossen Fische (ab 30 cm) befischt werden. Da viele Menschen am Baikal jedoch auf die Einkünfte aus dem Fischfang angewiesen sind, werden diese Verbote häufig missachtet. So ist die durchschnittliche Grösse gefangenen Omuls im Lauf des 20. Jh. deutlich zurückgegangen. Geschadet hat dem Omul lange auch die Holzflösserei, die seine Laichgebiete zerstörte. Von 1969-75 war der Omul-Fang sogar komplett verboten, damit sich der Bestand erholen konnte. Man versucht ihn ausserdem zu  stabilisieren, indem Larven in Zuchtbetrieben herangezogen und erst ausgesetzt werden, wenn sie nicht mehr so vielen Feinden zum Opfer fallen können (als kleine Jungfischchen werden sie sogar von ihren eigenen Eltern gefressen – purer Familienkannibalismus!)

Zubereitet wird der Omul auf die verschiedensten Weisen. Einheimische kochen meist Fischsuppe damit oder braten ihn. Aufwendiger ist es, ihn zu räuchern, wobei zwischen kaltgeräuchertem und heissgeräuchertem Omul unterschieden wird. Ersterer ist stärker gesalzen und länger haltbar. Um ihn wirklich lange zu konservieren, wird er roh eingesalzen oder gesalzen und getrocknet und dann auch so gegessen, gern als Beilage zum Bier. Als Delikatesse gilt übrigens der Omulkaviar. Auf welche Art auch immer, der Omul schmeckt äusserst lecker!

 
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