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Deutsch Olympiade an der Uni |
|  Dekanin, Organisator, Jury und Siegerinnen vereint Kürzlich fand an der Universität und in meiner Fakultät die sogenannte Deutsch Olympia statt. Zum ersten Mal überhaupt dann auch noch gleich. Hmmmm, anfangs konnte ich mir unter diesem Begriff auch nicht wirklich sehr viel vorstellen. Bald wurde mir aber der Begriff näher erklärt und ich stellte fest, dass diese Art von Wettbewerb generell an den russischen Unis durchaus populär ist. Bei dieser Olympiade handelt es sich nämlich tatsächlich um einen Wettkampf zwischen den Studenten und Studentinnen. In diesem Fall waren die rund 35 Deutsch Studenten betroffen, die ich während den zwei Semestern unterrichtet hatte. Da die Studierenden aber überhaupt erst letzten September mit dem Deutsch Studium begonnen haben, eine doch ziemlich herausfordernde Aufgabe.
Und was beinhaltete nun genau diese Olympiade? Im Vorfeld musste sämtliche Studenten online einen aus rund 80 Fragen bestehenden Grammatik Test vom Goethe-Institut absolvieren. Die 8 besten kamen anschliessend in die Finalrunde, die 2 Wochen nach dieser Ausscheidung stattfand. Es erstaunt beim hohen Frauenanteil an der Uni nicht, dass sämtliche Finalteilnehmer zum weiblichen Geschlecht gehörten. Ausserdem scheinen Sprachen den Damen irgendwie eben doch besser zu liegen als den Herren. Für den Finaldurchgang mussten die Teilnehmerinnen folgende Aufgaben lösen bzw. erfüllen:
- ein Gedicht nach Wunsch auswendig vortragen
- eine spontane Situation lösen
- eine 5 Minuten dauernde Powerpoint Präsentation über eine Deutsche Region oder Stadt erstellen und präsentieren
Den drei Siegerinnen winkten zwar keine millionengrosse Prämien, sie wurden aber immerhin von der Prüfungspflicht am Ende des Semesters befreit. Für die meisten doch Motivation genug, sich richtig ins Zeug zu legen und sich intensiv darauf vorzubereiten.
Als Muttersprachler wurde mir die Ehre erteilt, ein Mitglied der Jury zu sein und die charmanten Damen zu bewerten. Doch etwas nervös erschienen dann die 8 Finalteilnehmerinnen im Vorlesungssaal, indem insgesamt so rund 30-40 Personen Platz nahmen. Uns so bemühten sich die jungen Damen, möglichst gut Deutsch zu sprechen und die Jury zu überzeugen. Ich war doch ziemlich erstaunt, wie gut die Studentinnen nach nur gut 8 Monaten Unterricht schon Deutsch sprachen und sich ausdrücken konnten. Ich will jetzt natürlich nicht behaupten, dass ich als Lehrer der Damen hauptsächlich dafür verantwortlich bin, aber immerhin, einen kleinen Teil habe ich natürlich schon irgendwie dazu beigetragen...
Die ganze Veranstaltung, die mit kleinen Darbietungen umrahmt wurde, dauerte rund 90 Minuten und die strahlenden und verdienten Siegerinnen nahmen glücklich und zufrieden ihre Diplome und weitere kleine Geschenke entgegen. Es war für mich durchaus interessante und spannende Erfahrung, an dieser Deutsch Olympiade teilzunehmen.
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Der Tag des Sieges – eine grosse Sache |
|  Randvoller Kirow-Platz Der 9. Mai ist einer der wichtigsten Feiertage in Russland, das konnte man definitiv heute feststellen. Gefeiert wird an diesem Tag (День Победы, Den Pobedy) der Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg über Nazi-Deutschland. Die grösste Militärparade findet natürlich in Moskau statt aber auch in allen anderen Städten Russland wird diesem Tag gebührend mit Paraden und anderen Aktivitäten gedacht, so auch in Irkutsk. Wie wichtig der Tag hier ist, konnte man die gesamte letzte Woche täglich feststellen. Die Stadt wurde intensiv sauber gemacht, öffentliche Gebäude mit riesigen Bannern dekoriert, fast alle Geschäfte schmückten ihre Schaufenster mit Plakaten und anderem patriotischen Kram und Autofahrer banden das typische schwarz-orange Band (zum Zeichen der Anteilnahme) an ihre Antennen oder zerbeulten Stossstangen. Fersenstationen zeigen schon seit Woche Bilder und Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg, Zeitungen bringen seitenweise Homestorys über sowjetische Kriegsveteranen und Radiostationen spielen pausenlos alte, sowjetische Kriegslieder. Der Tag ist wichtig hier, ohne Zweifel. In diesem Jahr natürlich besonders, da das nun genau schon 65 Jahre her ist. Nirgendwo anders wird dieser Tag so zelebriert wie in Russland.
In Irkutsk findet normalerweise die Parade um 10 Uhr Lokalzeit statt. Das es in diesem Jahr ein Jubiläum zu feiern gab, wurde das leicht angepasst und in ganz Russland begannen die Festivitäten um 10h Moskauer Zeit. Also um 15h in Irkutsk. So bin ich zusammen mit einen Kumpel aus den USA ins Stadtzentrum gepilgert um das ganze mal mitzuerleben. Schon die Fahrt mit dem Trolleybus liess erahnen, dass auch andere Leute die gleiche Idee hatten. Vollgesstopft wie in Tokio’s Rushhour, klapperte und ächzte der Bus Richtung Ziel in der Stadtmitte. Durchgeschwitzt und etwas platter also sonst, nahmen wir dann die letzten Meter zum Kirow-Platz zu Fuss in Angriff. Und tatsächlich, der Platz war zum Bersten voll und es herrschte ein wildes, leicht chaotisches Treiben. Musikanten spielten Sowjetlieder, fesche Tänzerinnen bewegten sich zu lüpfigen Volksklängen und Kinder liessen sich mit Pseudo-Kriegsveteranen fotografieren. Etwas schwierig bei diesem Menschenauflauf einen guten Platz zu finden, da uns auch nicht ganz klar war, wo genau die Parade durchführen würde. Als um 15h dann das ganze los ging, konnten wir zwar nicht oder fast nichts sehen, wir hörten aber immerhin Medwedews Stimme, dessen Rede in Moskau auch in Irkutsk auf dem ganzen Platz zu hören war. Über mehr Details des Militärumzugs kann ich leider nicht berichten, das habe ich optisch einfach zu wenig mitgekriegt. Das ganze drum und dran war aber schon ziemlich interessant und der Tag wird weiter in der ganzen Stadt mit unterschiedlichsten Aktivitäten gefeiert. Um 22:30h soll dann sogar ein Feuerwerk statt finden...schaumer mal!
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Subbotnik – es wurde geschruppt und gepinselt |
|  Intensives Ausmistsen Das Wort Subbotnik (Субботник) leitet sich von „subbota“ (Samstag) ab und ist ein in der Sowjetunion entstandener Begriff für einen unbezahlten, freiwilligen Arbeitseinsatz am Samstag. Wer es ganz genau wissen will, kann gerne den Eintag auf Wikipedia lesen. Der Tag hat auf jeden Fall eine doch ziemlich grosse historische Bedeutung in Russland bzw. der UdSSR und auch in der DDR war dieses Wort allgegenwärtig. Heute sieht es natürlich etwas anders aus aber noch immer gibt es Subbotniks, auch wenn die heute natürlich anders ablaufen als in der Vergangenheit. Heute heisst Subbotnik vor allem gemeinsamer Frühlingsputz.
So fand also letzten Samstag, den 24. April, ein offizieller, landesweiter Subbotnik. Auch in Irkutsk hiess es also Besen, Schäufelchen, Mülleimer, Staubsauger und was auch immer noch hervor zu kramen und dem staatlichen Aufruf folge zu leisen. Und tatsächlich viel mir bei einem Spaziergang durch die Stadt auf, dass kräftig geputzt, gekehrt, entrümpelt und auch gepinselt wurde. Und dies trotz wieder winterlichem Wetters. Auch von Stadtverwaltung wurde der natürlich genutzt, um die Stadt auf Vordermann zu bringen. Man sah doch viele Putzequipen, welche die wichtigsten Gebäude, Plätze und Strassen mehr oder weniger intensiv mit dem Besen bearbeitet haben. Auch an der Uni mussten die Studenten (vor allem Studentinnen) Wischer und Putzlappen fassen und Räume und Vorplätze zum glänzen bringen. Oft hatten die Damen nicht wirklich putzkonforme Kleidung an. Eine langbeinige Studentin mit endlos langen Absätzen, hautengen Jeans und einen Besen in der Hand hat aber auch durchaus ihre Reize. Mein persönlicher Subbotnik hielt sich in engeren Grenzen, habe ich aber mein 10m2 Zimmer im Studentenwohnheim etwas intensiver als sonst gewischt und etwas mehr Meister Propper genommen als üblich. Ich muss ja da schliesslich auch mitmachen und kann nicht aus der Reihe tanzen! |
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